Rennrad- und MTB- Wettkämpfe werden über eine konstante Leistung und im letzten Drittel entschieden. Das zeigen Powermeterdaten von diversen Radrennen und Radmarathons in unterschiedlichsten Leistungsklassen.

Gleichmäßigkeit siegt.

Wer eine konstante Leistung über den gesamten Rennverlauf abrufen kann, ist in der Regel schneller im Ziel. Der klassische Radmarathon oder die Bergetappe mit einer Distanz von über vier Stunden stehen hier besonders im Fokus. Ob Giro, Tour, Eintagesklassiker oder Ötztaler, wer zu oft über sein Limit geht, bewirkt einen rapiden Leistungsabfall im späteren Rennverlauf. Wer dagegen von Beginn an Leistungsspitzen vermeidet und in seinem Tempo = „Pace“ die Anstiege meistert, kann auch noch im letzten Renndrittel eine hohe Leistung abrufen. Powermeterdaten von Profi- wie Jedermannradrennen haben gezeigt, dass Spitzenfahrer im letzten Drittel annähernd die gleiche Leistung abrufen können, wie sie dies im ersten Drittel in den Anstiegen getan haben. Was sich zum Rennende anfühlt wie eine Tempoverschärfung, ist im eigentlichen Sinne nur das Abrufen der bisherigen Leistung. Die „Attacke“ am Ende ist von der getretenen Leistung de fakto deckungsgleich mit Tempoverschärfungen zu Beginn des Rennens. Die muskuläre Ermüdung und die leeren Energiespeicher sind somit rennentscheidender als eine „Wettkampfhärte“ auf den letzten Kilometern. So werden Wettkämpfe über einen gleichmäßigen Rennverlauf entschieden. Nur wer am Ende noch ein hohes Tempo realisieren kann, hat in Richtung Ziel noch ein Wörtchen mitzureden.

Die richtige Pace.

So hat die Analyse der Wettkampfdaten von erfolgreichen Radsportlern gezeigt, dass Anstieg und Rundenleistungen in Wattzahlen von Anfang bis Ende annähernd gleich hoch waren. Daraus lässt sich schließen, wer sein Leistungslimit pro Zeit (Critical Power) kennt und dieses bewusst anschlagen kann, fährt ein erfolgreicheres Radrennen. Diese Taktik nennt man „Pacing“ und ist vor allem bei Wettkämpfen anzuwenden, welche nicht taktisch geprägt sind. So eignen sich vor allem Alpenmarathons mit langen Anstiegen hervorragend für eine „Pacing- Strategie“. Bei Radmarathons in der Stadt fällt das „Pacing“ eher schwerer. Aber auch dort zeigt sich, wer in den ersten Stunden zu oft über sein Limit geht, baut gegen Rennende rapide ab.

Der Powermeter macht´s möglich.

Um die richtige Pace anzuschlagen ist ein Powermeter aus Expertensicht unumgänglich. Denn nur über Leistungsanzeige lässt sich die Wettkampfgeschwindigkeit perfekt regeln. Entscheidend für ein ideales Race-Pacing-Tempo ist unter anderem die anaerobe Schwelle, sowie die „Critcal Power“ über einen bestimmt Zeitraum. Beides lässt sich mit einem Powermeter im Feld- oder im Labortest leicht ermitteln.

Fazit:

Die Pacing- Strategie ist vor allem durch das Team Sky bei der Tour 2012, mit dem Sieg von Bradley Wiggens, in den Fokus gerückt. Hier wurde für den Patron, der keine Attacken mitgehen konnte, über den kompletten Anstieg die höchst mögliche Geschwindigkeit gefahren. Damit war er vor Attacken sicher und die Gegner konnten sogar geschwächt werden. Auch Freizeitsportler können diese Taktik für sich nutzen und aufgrund der fortgeschrittenen Technik und des Know How´s schneller Anstiege erklimmen, wie auch Radrennen erfolgreicher beenden. Aber nicht nur bei Wettkämpfen macht das „Pacing“ Sinn, auch im Training. So kann das Ausdauertraining, intensive Intervalle wie auch Bergtraining-Workouts über die Leistung präzise gesteuert werden. Der Powermeter ist ein Grund, warum sich im Freizeit- wie auch im Profibereich in den letzten Jahren die Trainingsqualität und das damit verbundene Leistungsvermögen stets gesteigert haben.