Wer seine Mountainbike- o. Radmarathonzeit mit Profis vergleicht oder im Fernseher über die erbrachten Leistungen nur noch staunen kann, fragt sich vielleicht, wie geht das?! Die Erklärung ist eigentlich einfach, warum ein Profi- Sportler so viel besser ist, als der gemeine Freizeitsportler.

Talent, Talent und noch mehr Talent

Die Wissenschaft unterscheidet Sportler in zwei Typen: „responder“ und „non-responder“. Was so viel bedeuten will wie, wie gut spricht ein Mensch auf sportliche Reize an. Untersuchungen haben gezeigt, dass die sportliche Anpassung unterschiedlich hoch ist. So wurde in Studien festgestellt, dass der „responder“ bei gleichem Trainingsaufwand einen weitaus größeren Leistungszuwachs erzielt, als der „non-responder“. Rad-Profis sind demnach in die Ecke der „responder“ bzw. „HIGH responder“ zu stecken, wenn diese Einteilung zusätzlich gäbe. Sie sprechen auf Trainingsreize so gut an, dass der Körper alle für den Leistungssport förderlich Körperfunktionen wirksamer ausbildet. Aber nicht nur die Anpassung an sportliche Reize spielt eine Rolle, sondern auch die Körperkomposition. So hat bspw. die Zusammensetzung der unterschiedlichen Muskelfasertypen Auswirkungen darauf, wie gut man im Anstieg ist oder sprinten kann. Auch das Verhältnis von Größe zu Gewicht zu Körperfettanteil und zur Länge der Gliedmaßen hat einen Effekt auf das Talent für den Rennrad- u. Mountainbikesport. Ebenso ist der Fettstoffwechseltyp ein leistungsbestimmender Faktor, den wir nicht in seinem Ursprung beeinflussen können. Kurzum: Der Profi- Sportler wurde von Mutternatur für den Radsport „gebaut“. Wer hier nicht so viel Glück hatte, der kämpft mit einem gewissen Nachteil. Diesen kann man jedoch kompensieren, siehe CYCLING-FOR-FIT.

Training & Regeneration

Wer den Alltag eines Berufssportlers genau betrachtet, entdeckt zu seiner Überraschung, dass dieser gar nicht den ganzen Tag auf dem Rad sitzt. Radprofis trainieren im Schnitt ca. 15-25Std./ Woche bei einem verhältnismäßig hohen Regenerationsanteil. Viele Stressfaktoren die den „normalen“ Freizeitsportler begleiten, kennt der Profi nicht in diesem Ausmaß. Genau das macht ihn so erfolgreich. Durch die umfangreiche Regeneration kann dieser die sportlichen Reize viel besser verarbeiten und in Leistungsfähigkeit ummünzen. Die Balance zwischen Belastung und Erholung ist perfekt, so trainiert der Profi härter und erholt sich dennoch wieder relativ schnell davon. Die Möglichkeit, dass ihm der ganze Tag für Training zu Verfügung steht, lässt ihn zudem sein Training vielfältiger und allumfassender gestalten. Athletiktraining, Krafttraining und Dehnen sind seine stetigen Begleiter des Wochentrainingsplans. Der Rad- Profi lässt kein Trainingsfeld unberührt und keine Zeit verstreichen, um noch mehr aus sich rauszuholen. All das während der Freizeitsportler in der Arbeit sitzt und sich am Feierabend oft gestresst auf sein Rad schwingt.

Umfeld & Lebensstil

Der Rad-Profi ordnet im Vergleich zum Freizeitsportler alles dem Sport unter. Euer Hobby ist sein Job und zwar 24Std. am Tag, sieben Tage die Woche. Der Radprofi gestaltet sein Umfeld so, dass es seine sportliche Entwicklung förderlich ist. Viel Schlaf, wenig Alkohol, eine ausgewogene Sporternährung, keine Partys… Er reist mit den Berufskollegen in Trainingscamps und fokussiert dort alles auf das Training. Dabei umgibt ihn oft ein Umfeld von Physiotherapeuten, Trainern, Sportpsychologen. Alles was er macht, nimmt er mit dem Hintergedanken in Angriff, sportlich besser zu werden und seiner Leistungsentwicklung nicht im Weg zu stehen.

 Motivation

Die Motivation muss man auch dem Talent zuschreiben. Es bringt nichts, von Mutternatur mit Genen gesegnet zu sein, aber daraus kein Profit schlagen zu wollen. Der große Wille Wettkämpfe gewinnen zuwollen, treibt den Profi bei Wind und Wetter raus auf sein Rad. Er verpasst kaum einen Trainingstag und weiß jeden gefahrenen Kilometer, warum er trainiert. Der Profi geht bei Wettkämpfen voll an sein Limit und macht in der Vorbereitung kaum Fehler. Ein nicht zu unterschätzender Druck lastet zudem auf ihm, er fährt um neue Verträge bzw. seine Existenz. Dies treibt ihn wohl mehr an, als den passionierten Freizeitsportler, der lediglich zum Spaß Radsport betreibt und an Wettkämpfen teilnimmt.

Dies war nur ein kleiner Eindruck in mein/ unser Leben. Ich hoffe, er bringt etwas Licht in die Faszination Profi- Sport.