Aus dem Archiv, aber immer noch aktuell! Jedes Jahr beginnt die “Trainingsschallplatte” wieder mit dem gleichen Song: “Let´s GO testing”

Der Laktettest ist ein weiteres Kapitel von „von Profis lernen“. Die gesamte deutsche Radsport- Nationalmannschaft (Rennrad/ MTB) wie auch gestandene Profis setzten sich 1-3 Mal im Jahr auf den Ergometer, um sich leistungsmäßig upzudaten. Eine besondere Bedeutung bekommt er beim Trainings- Kick- Off. Mit dem Testtermin wird in der Regel die Trainingsperiode für die kommende Saison eingeläutet.

Über das Thema Leistungsdiagnostik ist mittlerweile fast jeder schon einmal gestolpert. Alles dreht sich um die Bestimmung von Trainingsbereichen und Leistungsschwellen, Herzfrequenzen, Wattwerte – und vor allem um Laktat.

Ist ein Laktattest wirklich notwendig, merkt man nicht selbst, bei welcher Belastung man Grundlage fährt und wie hart Intervalle sein müssen?

Die meisten Radsportler würden sich wohl selbst zutrauen, die Beanspruchung ihres eigenen Körpers auf dem Rad einigermaßen einschätzen zu können. Doch weiß wirklich jeder Radsportler was 150 Schläge/Minute auf seinem Pulsmesser bedeuten? Sind 150 S/min zu schnell oder genau richtig, und was trainiere ich eigentlich in dieser Intensität?

AI4A0245_web(1)

Laktattest im Radlabor Frankfurt

Die Auflösung folgt bei der Auswertung eines Laktattests im Labor. So einfach, wie es scheint, ist es nicht, die Vorgänge im eigenen Körper einzuschätzen! Selbst gestandene Profis bekommen z.B. nicht selten gesagt, dass Sie seit Jahren ihre Grundlage mit einem bspw. 10 S/min zu hohen Puls fahren. Na und? Warum ist das schlecht?

Die Antwort auf diese Frage liefert der Blick in die zu Grunde liegende Physiologie – konkret der Energiestoffwechsel. Von dieser Seite betrachtet ist ein Ziel des so wichtigen Grundlagentrainings, den Fettstoffwechsel so effektiv wie möglich zu trainieren. Fährt man nun die Grundlage mit zu hohem Puls, reicht der Fettstoffwechsel nicht aus, um die benötigte Energie bereitzustellen und andere Systeme werden zunehmend „dazugeschaltet“.

Effektiver trainieren

So trainiert man nicht mehr optimal den Fettstoffwechsel und erzielt nicht den bestmöglichen Effekt für die Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit.
 Auch alle übrigen Trainingsformen haben nur dann den gewünschten Effekt, wenn die entsprechende individuelle Belastung möglichst exakt getroffen wird – ein Problem vom Profi bis zum Jedermann.

Selbst die Anschaffung eines Powermeters macht das Training erst dann hocheffektiv, wenn die einzelnen Trainingsbereiche bekannt und exakt angesteuert werden können.

Wer immer noch nicht vollständig von einem Laktattest überzeugt ist, dem sei ein Blick zu den Profisportlern gegönnt. Diese gehen zwei bis drei Mal pro Jahr ins Labor und lassen sich dort ihren Leistungsfortschritt attestieren und die Trainingsbereiche neu anpassen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse können dann im Training direkt umgesetzt werden. Was den Profi besser macht, hilft auch dem passionierten Rennradfahrer seine Leistung zu steigern.

AI4A0262_web(1)

Laktattest im November zum Saiosn Kick Off

Fazit: Auch für den Jedermann lohnt sich eine professionelle Leistungsdiagnostik, auf deren Grundlage das Training exakt gesteuert werden kann und damit automatisch auf eine neue Qualitätsstufe gehoben wird. Denn sowohl Profis als auch Jedermänner wollen möglichst effektiv trainieren – das heißt, den möglichst höchsten Wirkungsgrad im Training zu erreichen. Denn fünf Stunden Training „nach Gefühl“ sind nicht gleich fünf Stunden Training mit exakter individueller Belastungssteuerung.